Erfolgreich 47 Mitarbeiter in 12 Monaten beruflich neu positioniert
Verantwortlich für das Gelingen:

Dieter Ortleb, Geschäftsführer & Berater

Claudia A. Cordt, Beraterin

Renate Swinne, Beraterin
Ausgangssituation
Im Herbst 2003 beschloss ein großer internationaler Telekommunikationskonzern Personal in einer Größenordnung von mehr als 100 Mitarbeitern abzubauen, mit dem Ziel die Zukunft des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Um den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten, entschieden sich die Geschäftsführung und der Betriebsrat sehr schnell für die Gründung einer externen beE (betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit).
Aufgrund der Sozialauswahl traf die Kündigung junge, ledige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, alle mit akademischem Abschluss. Von den mehr als 100 Mitarbeitern konnten ca. 30 innerhalb des Unternehmens neu positioniert werden. Von den verbleibenden 70 Mitarbeitern entschieden sich 47 für einen Wechsel in die beE.
Beratung und Betreuung
Die beE nahm am 1. November 2003 ihre Arbeit auf und war auf 12 Monate ausgelegt. Die Mitarbeiter erhielten nach Eintritt in die beE Kurzarbeitergeld (Transfer-Kug), hatten Anrecht auf Urlaub, Urlaubsgeld wie auch Weihnachtsgeld. Das Transfer-Kug wurde durch das freisetzende Unternehmen auf 85% ihrer vorherigen Bezüge aufgestockt. Die Mitarbeiter der TBG erfuhren durch geschulte und auf dem Arbeitsmarkt erprobte OutplacementBerater zielgerichtete und am individuellen Bedarf ausgerichtete Unterstützung bei der Suche und Auswahl eines neuen Arbeitsplatzes außerhalb des Konzerns.
Die Leistungen der beE umfassten folgende Bausteine, die durch die Berater der Unternehmensberatung OMC ORTLEB MANAGEMENT CONSULTING durchgeführt wurden:
- GruppenWorkshops
- Einzelberatungen
- Monatliche Teilnehmer-Treffen
- Hotline
- Jobbörse (Schaffen von Kontakten zu Arbeitsvermittlern, Personalberatern und Unternehmen)
- Nach dem Profiling eingeleitete Qualifizierungsmaßnahmen
- ExistenzgründungsWorkshops

In der 1. Phase (ca. 6 Wochen)
- Unterstützung der Geschäftsführung, der Personalleitung und des Betriebsrates bei der Gründung der beE
- Information der Belegschaft
- Abstimmungsarbeiten mit dem Arbeitsamt
- Anmieten neutraler externer Räumlichkeiten und funktionale Ausstattung der Räume
- Intensive Einzelgespräche zum Verarbeiten der Situation und Klärung, ob der Eintritt in die beE für den jeweiligen Mitarbeiter sinnvoll ist
- Beratung bezüglich der formalen, finanziellen, organisatorischen und rechtlichen Gegebenheiten innerhalb der beE
In der 2. Phase (ca. 6. – 12. Woche)
- Durchführen von drei Workshops zu den Themen:
- Bewerberprofil, berufliche Zielrichtung und Arbeitsmarkt
- Wege in den Arbeitsmarkt und die persönliche Bewerbungsstrategie
- Authentisch bewerben: Das Vorstellungsgespräch
- Unterstützung beim Überwinden des Trennungsschocks, des Frusts gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber und der Selbstzweifel
- Persönliche, vertrauliche Einzelberatungen
- Erarbeiten aussagekräftiger Bewerbungsunterlagen
- Erarbeiten einer Bewerbungsstrategie
- Recherche und Bewerben auf Stellenausschreibungen
- Erarbeiten von Zielgruppenbriefen und Qualifikationsprofilen
In der 3. Phase (ab der 12. Woche bis zum Ende)
- Persönliche, vertrauliche Einzelberatung
- Monatliche Teilnehmertreffen zum Austausch, voneinander Lernen, Kontakt halten
- Entwickeln und Umsetzen individueller und passgenauer Qualifizierungsmaßnahmen
- Mailing der Teilnehmer-Profile an interessierte Firmen aus der Branche
- Angebot an Firmen, potenzielle Mitarbeiter mittels "Training on the job" kennen zu lernen und einzuarbeiten, möglichst mit der Perspektive einer Festeinstellung
Ergänzende Maßnahmen
Die genannten Bausteine wurden ergänzt durch das Bereitstellen eines Bewerbungsbüros, in dem Arbeitsplätze mit entsprechend moderner Infrastruktur und u. a. Zugang zu Firmendatenbanken zur Verfügung standen. Somit waren die Teilnehmer in der Lage qualitativ hochwertige Unterlagen zu erstellen und konnten dazu Wirtschaftsdatenbanken und Internetzugänge nutzen.
Das Bereitstellen von attraktiven bzw. akzeptablen Stellenangeboten durch die OMC-Berater in Gestalt einer Jobbörse - auch unter Erschließen des verdeckten Stellenmarktes - war ein wesentlicher Bestandteil. Bewerber-Profile wurden Personalberatern und speziellen Unternehmen angeboten und Gruppen-Ziel-Bewerbungen durchgeführt. Bei Interesse bekamen Firmen die Möglichkeit sich vor den Mitarbeitern der beE zu präsentieren und im Anschluss mit interessierten Teilnehmern erste Gespräche zu führen.
Eine weitere Möglichkeit der beruflichen Neuorientierung war der Weg in die Selbstständigkeit. Hier leistete OMC durch Beratung, Kontakte zu Franchisegebern und öffentlichen Stellen aktive Unterstützung. Ein auf den Bedarf zugeschnittenes Seminar für alle Interessierten lieferte Einblicke, das notwendige Basis-Know-how und Ideen zur Existenzgründung.
Auswertung der Beratung und Betreuung
Zehn Mitarbeiter schlossen bereits innerhalb der ersten vier Wochen neue Arbeitsverträge ab. Nach drei Monaten war 45% der Mitarbeiter neu positioniert bzw. hatten sich für den Weg in die Selbstständigkeit entschieden. Nach acht Monaten wurden in der beE nur noch drei Mitarbeiter betreut, alle anderen waren über zumeist unbefristete Arbeitsverträge wieder im Arbeitsmarkt positioniert. Im Oktober nahmen die letzten zwei Mitarbeiter ein neues Arbeitsverhältnis auf, der dritte Mitarbeiter ging in die Selbstständigkeit.
1. Zeitlicher Verlauf der Arbeitsaufnahme der beE-Mitarbeiter (n=47)

2. Verteilung der neu positionierten Mitarbeiter (n=47)

Die intensive und auf den Einzelnen abgestimmte Mischung aus Workshops, individueller Einzelberatung und begleitender Unterstützung hat in vielen Fällen bereits innerhalb der ersten 4 – 12 Wochen zu Bewerbungsgesprächen und größtenteils auch zu Arbeitsaufnahmen geführt. In den meisten Fällen wurden unbefristete Arbeitsverträge abgeschlossen.
3. Verteilung der neuen Arbeitsplätze auf die Bundesländer (n=40 ohne die Selbstständigen n=7)

Mobilität war gefragt! Die Arbeitsplätze wurden bundesweit, vielfach aber auch in Berlin, gefunden. Fünf Mitarbeiter entschieden sich für Arbeitsplätze im Ausland: Griechenland, Russland und Dubai.
Bei den Arbeitgebern handelt es sich meistenteils um große renommierte Unternehmen wie Vodafone, Texas Instruments, Nokia und Siemens. Bei den in Berlin verbliebenen Mitarbeitern unterschrieben 9 von 18 Mitarbeitern einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei IT-Consultingfirmen.
4. Wege in den Arbeitsmarkt (n = 47)

Bei vielen Bewerbungsprozessen setzten sich unsere Kandidaten gegen ihre Mitbewerber durch. Auch das zielgerichtete Anschreiben ausgewählter Firmen (Initiativbewerbung) brachte einigen Mitarbeitern einen Arbeitsvertrag. Der größte Anteil an Arbeitsplätzen wurde jedoch über Networking und Bewerbungen auf Stellenanzeigen gewonnen.
Mehrere Unternehmen nutzten die Möglichkeit einen potenziellen Mitarbeiter im Rahmen eines Praktikums kennen zu lernen und ihn mittels Training on the job in seinen möglichen späteren Aufgabenbereich einzuarbeiten. Sechs Mitarbeiter konnten diese Chance erfolgreich für sich nutzen und wurden in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse übernommen. Die Praktika kamen zumeist über Kontakte seitens der Berater zustande.
Die durchgeführten Mailingaktionen bei verschiedenen potenziellen Arbeitgebern wurden mit Interesse aufgenommen und führten zu zahlreichen Vorstellungsgesprächen, die in zwei Fällen Arbeitsverträge nach sich zogen.
5. Qualifizierung
Aufgrund der Ergebnisse der Stellenmarktanalysen wurden den Mitarbeitern der beE Qualifizierungsmöglichkeiten angeboten, die diese auch nutzten.
Ihr Know-how haben 28 Mitarbeiter durch zielgerichtete und arbeitsmarktorientierte Fortbildungen genutzt – angeboten und organisiert über die beE – wie nachfolgende Grafik zeigt. Viele der Mitarbeiter haben mehr als ein Seminar besucht.
In zwei Fällen konnten die jeweiligen Arbeitgeber die Schulungsmaßnahmen auf ihre speziellen Belange abstimmen und boten dadurch den beE-Mitarbeitern unbefristete Arbeitsplätze an.

6. Fazit
Bereits in den ersten drei Monaten der Betreuung und Beratung durch OMC konnten sich fast 50% der Mitarbeiter wieder auf dem 1. Arbeitsmarkt positionieren. Nach 6 Monaten waren es bereits 79% und nach 9 Monaten mehr als 94% der beE-Mitarbeiter.
Innerhalb der beE-Laufzeit von 12 Monaten haben alle Mitarbeiter eine neue Anstellung gefunden bzw. sich für die Selbstständigkeit - zumeist im erlernten Beruf - entschieden.
Wir konnten somit unser Projekt erfolgreich abschließen.

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